Worum es geht
Warum eine Psychologie ohne Schöpfungslehre scheitern muss
Es gibt eine Frage, die jede Seelsorge, jede Erziehung, jede Beratung und jedes Gespräch über den Menschen still voraussetzt. Sie lautet nicht: Wie funktioniert der Mensch? Sie lautet: Was ist der Mensch? Wer sie falsch beantwortet, wird alles Weitere falsch beantworten. Wer nicht weiß, was der Mensch ist, kann auch nicht sagen, was mit ihm geschehen soll.
Das Wort Psychologie setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen: psyche, die Seele, und logos, die Lehre. Psychologie ist also die Lehre von der Seele. Und schon hier zeigt sich das Problem: Es gibt heute eine Psychologie, die über die Seele spricht, ohne den zu kennen, der die Seele gemacht hat.
Dieser Kurs folgt der biblischen Anthropologie in vier Ständen — von der Schöpfung bis zur Verherrlichung. Und er verfolgt eine These, die sich durch alle fünf Teile zieht: Unser Problem ist nicht, daß der Mensch voller Triebe aus einer tierischen Vergangenheit ist. Unser Problem ist, daß der Mensch in Aufruhr steht gegen die Reife. Er will nicht mündig sein. Er will nicht verantwortlich sein. Er will nicht geprüft werden. Und die humanistische Psychologie ist weithin nicht falsches Wissen, sondern die Flucht vor der Sünde in wissenschaftlicher Gestalt.
Vor dem Fall ist der Mensch als reife Schöpfung Gottes in einem Zustand der Unschuld konzipiert, geprägt von Freiheit und Verantwortung unter dem göttlichen Gesetz, wo seine Psyche harmonisch auf den Schöpfer ausgerichtet ist. Nach dem Fall tritt die Verderbtheit ein, die den Menschen in eine infantilisierte Rebellion gegen diese Reife stürzt. Durch Erlösung und Gnade wird die Psyche regeneriert, um den Menschen zu seiner ursprünglichen Bestimmung in Herrschaft und Heiligung zurückzuführen.
Die vier Stände
Die Achse, auf der der ganze Kurs gebaut ist
Schöpfung — vor dem Fall
Der Mensch als reifes Wesen, geschaffen zur Erkenntnis, Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrschaft. Arbeit, Personsein und das Verlangen nach dem Paradies gehören zur Natur.
Signatur: Reife, Freiheit, Verantwortung unter dem GesetzFall — nach dem Fall
Das Bild Gottes wird verkehrt. Aus dem Bild Gottes wird ein satanisches Gegenbild. Die Einbildungskraft wird zur Werkstatt der Sünde, die Schuld zur Last, und der Mensch beginnt zu fliehen.
Signatur: Infantilisierung, Rebellion gegen die ReifeErlösung — unter der Gnade
Wiedergeburt ist Neuschöpfung, kein Stimmungswechsel. Rechtfertigung, Annahme an Kindesstatt und Erneuerung betreffen die Erkenntnis- und Willensstruktur — deshalb ist die Gnade ein psychologisches Ereignis ersten Ranges.
Signatur: Regeneration, Erneuerung, Wiedergewinnung der ReifeVerherrlichung — die Bestimmung
Gewissen, Bekenntnis und Vergebung im erneuerten Leben. Dann der Ausblick: Werke, Baum des Lebens, Stiftshütte, Auferstehungsleib, Sabbat. Herrschaft und Heiligung als Ziel.
Signatur: Vollendete BestimmungDie fünf Episoden
Je ca. 43 Minuten — hörbuchoptimiert
Die vier Bausteine
Alles, was zum Studium gehört, an einem Ort
Die Audio-Episoden
Fünf Teile à ca. 43 Minuten. Optimiert zum Zuhören: kurze Sätze, erklärte Begriffe, Schriftstellen im Wortlaut.
Zu den Episoden → Baustein 2Der Syllabus
Der Studienweg in acht Schritten: Reihenfolge, Verständnisfragen, Denkanstösse. Mit Anleitung, wie man die Audio-Episoden und die Kurstexte am besten nutzt.
Zum Syllabus → Baustein 3Die Kurstexte
Fünf vertiefende Texte, biblisch fundiert. Mit Schriftbelegen nach Schlachter 2000 und Auszügen aus der reformierten Auslegungstradition.
Zu den Texten → Baustein 4Die Quellen
Grundlage ist R. J. Rushdoonys Vorlesungsreihe «Human Nature» mit 46 Lektionen — angereichert aus der reformierten Systematik und der Auslegungsgeschichte.
Zu den Quellen →Zielgruppe und Anspruch
Für wen dieser Kurs gedacht ist
Der Kurs richtet sich an Studenten im fortgeschrittenen Stadium ihres Studiums mit konservativ-reformierter Prägung. Er setzt Vertrautheit mit der reformierten Systematik voraus — mit der Lehre von Gott, von der Schrift, vom Heil und von der Gemeinde — und baut darauf auf.
Der Kurs ist kein Ersatz für Dogmatik. Er ist eine Anwendung: Er zeigt, was die reformierte Anthropologie für die Psychologie, für die Anthropologie als Wissenschaft und für die Theologie praktisch austrägt. Wer ihn durchgearbeitet hat, soll in der Lage sein, Seelsorge, Beratung und Unterricht vom biblischen Menschenbild her zu beurteilen — und die Erklärungsmodelle zu erkennen, die den Menschen von seiner Verantwortung entlasten wollen.
Die Sprache ist gehoben, aber nicht akademisch verschlossen. Fremdwörter werden bei der ersten Nennung erklärt. Schriftstellen werden im Wortlaut zitiert. Wer den Kurs hörend durchläuft, braucht kein Vorwissen über Rushdoony — nur die Bereitschaft, sich auf seine Argumentation einzulassen.